Song

Urban Tropical

Laufzeit

3:51 Minuten

Entstehungszeit und Veröffentlichung

1985 (Entstehung und Veröffentlichung, B-Seite von Rock Me Amadeus)

Musik, Text und Produktion

Musik: Falco
Text: Falco
Produzent: Kurt Hauenstein

Offiziell veröffentlichte Mixes/Edits/Versionen

  • Extended Version 7:26 (1985)

Über den Song

Diese Zusammenarbeit von Falco mit Kurt Hauenstein, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Supermax, ist wohl einer der untypischsten Songs in Falcos Werk. Die Nummer groovt cool vor sich hin, es ist ein sehr verspielter Song ohne große Struktur oder auch einem echten Refrain, aber genau diese lockere Umsetzung verleiht ihm einen ganz eigenen Charme. Es ist sicherlich Falcos funkigster Song, Falco rappt freestyle und wohl auch ziemlich spontan seine Texte über ein wiederkehrendes Synthesizer-Riff und eine tödlich gelangweilte Drum-Spur. Andere Instrumentierungen sind spärlich, fügen sich aber gemeinsam mit souligen Frauenstimmen zu einem einzigarten Soundgewand zusammen. Stand bei vielen anderen Falco-Songs David Bowie Pate, dann verweist dieser Song eindeutig auf einen anderen Helden Falcos, nämlich Prince.

Inhaltlich geht es um Drogen und um deren hemmungslosen Konsum, der Song geht also thematisch auf Falcos „Giftler-Lieder“ von seinem ersten Album zurück. Jedoch werden die zahlreichen in der Nummer erwähnten Drogen (Kokain, Cannabis etc.) nicht mehr kritisch thematisiert, hier geht es nur noch um den orgastisch-hedonistischen Genuss dieser Rauschgifte. „Nobody knows what’s going up the nose when the doors are closed“ stellt Falco fest, und fordert daraufhin „if you don’t get ganja, get me some coke“. Nebenbei ist die Nummer ganz allgemein eine Geschichte über Exzesse und Orgien in einem Aufnahmestudio. Neben den Drogenausschweifungen läuft nebenher auch sexuell Einiges, Falco berichtet von seinen (bisher) erfolglosen Versuchen, die Schwester eines Bandkollegen abzuschleppen, daneben wird geraucht (Ganja, Spliff) und gekokst, kurzum, ein normaler Tag im Leben eines Popstars. Der Besitzer des Tonstudios scheint darüber allerdings nicht besonders erfreut zu sein („you don’t get it in this studio because the owner of the studio is here“). Falcos Text ist herrlich hingerotzt, wirkt spontan entstanden und die offene Songstruktur erlaubt diese Vorgehensweise auch ideal. Laut den Urheberangaben ist diese Nummer von Falco alleine geschrieben worden, daran sind aber sicherlich Zweifel angebracht: die Musik erinnert extrem an den Sound von Supermax, einem österreichischen Funk-, Disco- und Reggae-Musiker, der 1977 einen internationalen Hit mit „Lovemachine“ hatte.

Es ist anzunehmen, dass der Song wohl in einer Kooperation zwischen Supermax und Falco entstanden ist, die Musik dürfte in einer Jam-Session entstanden sein, der Text kommt wohl mehrheitlich von Falco. Angeblich versucht Supermax‘ Nachlassverwaltung (Supermax starb 2011) schon seit Jahren diese Urheberschaft anerkennen zu lassen, bis jetzt ohne Erfolg. Produziert wurde der Song ebenfalls von Supermax, er dürfte Aufnahmen entnommen worden sein, die Falco anscheinend 1984/85 in den Europasound-Studios in Frankfurt gemeinsam mit Supermax und dessen Band gemacht hat. Es ist anzunehmen, dass Falco nach dem Flop des Albums Junge Roemer auf der Suche nach einem neuen Produzenten und Songwriter gewesen ist, diese Nummer ist jedoch der einzige Song, der diesen Sessions entsprungen ist (ebenfalls in diese Suchphase nach neuen Produzenten und auch nach neuem Material fielen die Aufnahmen zu Without You, Nothin‘ Sweeter Than Arabia, It’s All Over, Baby Blue und die Idee, den Song „Looking For Love“ der amerikanischen New Wave-Band The Cars unter dem Titel Munich Girls zu covern.

Schade eigentlich, denn Supermax‘ Sound und Falcos Sprechgesang passen sehr gut zusammen, die Nummer ist sehr gelungen. Gleichzeitig muss man jedoch auch in Betracht ziehen, dass der Song sicherlich kein großes Hitpotential hat und wohl auch aus diesem Grund lediglich als B-Seite der Single Rock Me Amadeus verwendet wurde. Dieser Umstand führt dazu, dass dieser extrem untypische Song sicherlich weltweit einer der bekanntesten Songs Falcos ist (und gleichzeitig garantierte es Falco fette Autoren- und Urhebereinnahmen). Auch auf dem Album Falco 3, das im gleichen Jahr (nach dem Wechsel Falcos zu den Brüdern Bolland) veröffentlicht wurde, findet sich die Nummer nicht, was umso unverständlicher ist, als dass einige Titel auf diesem Album deutlich schlechter sind als diese luftig-leichte Funk/Soul/Disco-Nummer. Der Verzicht hatte wahrscheinlich auch mit der erwähnten Andersartigkeit des Songs zu tun und wohl auch mit dem Bestreben, das Album homogener klingen zu lassen.

Anders als bei anderen Falco-Liedern, bei denen eine längere Version im Anschluss an die Produktion des eigentlichen Titels angefertigt wurde, hat man bei diesem Song den Eindruck, dass die über sieben Minuten lange „Extended Version“ wohl die Ursprungsversion ist, von der man danach einen kürzeren Edit angefertigt hat.

Live hat Falco diesen Titel nie aufgeführt.

Eine erstmalige Veröffentlichung auf CD gab es erst 22 Jahre später, als das Best-Of-Album Hoch Wie Nie diesen Song als Bonus-Titel verwendet hat. Die erwähnte längere (Ur-) Version wurde schließlich 2010 zum ersten Mal digital auf der 25th Anniversary Edition des Albums Falco 3 angeboten.

Die Nummer wirkt, im Gegensatz zum im gleichen Jahr entstandenen Album, auch heute noch sehr frisch, unter Falco-Fans sind die Meinungen zu diesem Song jedoch sehr polarisierend, viele kommen mit dem für Falco-Veröffentlichungen untypischen Sound gar nicht zurecht, für andere (wie zum Beispiel den Autor dieser Zeilen) ist dieser Song einer der besten, die Falco jemals aufgenommen hat.

Text

Hey man
E-E-Everybody is talking about
Everybody is talking about
And I know you have it
Here we have it, here in Manhatten
We we have it, you have it
Everywhere

I come from Vienna
Everybody is talking about it
And we'll that you what it is
It's the hip and the hipitty hop, hip hop
Do the freestyle rockin'
And we never gonna stop
They are talking about
About, about
Ganja

Und jetzt
What's going up the nose?
When the doors are closed
Nobody knows what's going up the nose
When the doors are closed

Hey man, how you are doing?
Great to see you
What about your sister?
She's still black, she's still black
I've tried so hard to get black, man
I can't believe it
Yeah, alright
Say hip and the hipitty hop, hip hop
Do the freestyle rockin'
And we never gonna stop

(She's still black
Still black,
She's still black)

Alright
Say what?
Say

Eya
Ganja
Eya
Come on
Ganja
Eh, eh
Eh, Ganja, eh

Mitten in der Lobby
Sitzt der Bobby
Raucht und weiß genau
He's cool
He's not the fool, no

Say what!

Negrita lady with the bloodshot eye
Just a, just a , just a few bucks more
Come on
Here we go

(She's still black, still black
Lady with the bloodshot eye is still black)

Mitten in der Lobby
Sitzt der Bobby immer noch
Und raucht
He's cool
Oh no, he's no fool, no

Hipitty hop, hop
Say eh
Negrita lady with the bloodshot eye
(So black)
Just a, just a few bucks more
Come on
Here we go
Here we go
Come one
Here we go

Talking about
What we're talking about is
Und jetzt?
What we're talking about is
What we're talking about is ganja
And it's in Urban Tropical
Say!

Cha!
Cha!
Cha!
Cha!
Cha!
Ganja
Cha!
Cha!
Tropical
Tropical

Gimme
Gimme more
(Gimme more, gimme more, gimme more)

Mitten in der Lobby
Sitzt der Bobby
Raucht und weiß genau
Jetzt stimmt's!
He's cool
He's not the fool, no
Hipitty hop, hop
Ey!

The negrita lady with the bloodshot eye
Just a, just a, just a few bucks more
Come on
Here we go
What are you talking about?

Mitten in der Lobby
Sitzt der Bobby
Raucht und weiß
Er weiß es noch immer!
Talking about
Talking
Talking about
Urban Tropical
Urban Tropical
Urban Tropical

Eya
Ganja
Eya
Come on
Ganja
Eh, eh
Talking about ganja
Cha!

Eya
Ganja
Eya
Come on
Ganja
Eh, eh
Urban Tropical
Cha!

Eya
Ganja
Eya
Come on
Ganja
Eh, eh
Eh, eh

Eya
Ganja
Eya
Come on
Ganja
Eh, eh

Are you talking about snow?
Say what?!
Cha!

Eya
Ganja
Eya
Come on
Ganja
Eh, eh

What are you talking about, man?
We are just talking about snow, man
Are you talking that thing that we get in New York and everywhere?

Eya
Ganja
Eya
Come on
Ganja
Eh, eh

About snow?
Ah, gimme a second, baby
A second, a second, a second

Eya
Ganja
Eya
Come on
Ganja
Eh, eh
Urban Tropical

Ah, oh, ah, oh, ah, oh
Say what?
Ah, oh, ah, oh, ah, oh
Say what?
Ah, oh, ah, oh, ah, oh
Cha!
Ah, oh, ah, oh, ah, oh
Say what?
Ah, oh, ah, oh, ah, oh
Cha!
Ah, oh, ah, oh, ah, oh
Urban Tropical
Ah, oh, ah, oh, ah, oh
Say what?

Eya
Ganja
Eya
Say what
Ganja
Eh, eh
Eh!

Eya
Ganja
Eya
Come on
Ganja
Eh, eh
Eh!

Eh, dude, come on!
Shit, get out of this snow
Come on
Give me a smoke
Come on

You got spliff, man, you got spliff?
I don't mean that german band
I don't mean that german band
I mean ganja
You know ganja?
You get it everywhere
You get it everywhere
You don't get it in this studio
Beause the owner of this studio is here now

Gimme something
Gimme something
Gimme some coke
Gimme some coke, coke, coke, coke, coke, coke, coke, coke
If they don't get ganja, get me some coke
Get me some coke, get me some coke, get me some coke

Eya
Ganja
Eya
Come on
Ganja
Eh, eh

Eh, eh, eh

Alright, man!

Meine Textfassung beruht, falls vorhanden, auf den Textbeilagen der offiziellen Veröffentlichungen (Booklet, Inlay, Cover etc.). Allerdings wurden alle Texte abgehört und nach dem gesungenen Wort korrigiert. Bei Songs, bei denen keine Textbeilagen verfügbar sind, basiert meine Fassung ausschließlich auf dem gesungenen Wort bzw. auch auf im Internet kursierenden Versionen. Textpassagen, die im Dialekt gesungen wurden, stehen in gemäßigter Transliteration. Rechtschreibfehler, sowohl deutsche als auch englische, wurden in eklatanten Fällen korrigiert. Die Rechtschreibung beruht teils auf der zur jeweiligen Zeit gültigen (Textbeilagen), teils auf der neuen Rechtschreibung (eigene Abhörungen). Auf Satzzeichen wurde im Allgemeinen verzichtet. Für Verbesserungsvorschläge bin ich dankbar.