Song

Without You (Demo)

Laufzeit

5:57 Minuten

Entstehungszeit und Veröffentlichung

1985 (Entstehung, Demo-Version)
2010 (Veröffentlichung auf 25th Anniversary Edition von Falco 3)

Musik, Text und Produktion

Musik: Falco
Text: Falco
Produzent: Unbekannt (Demo, 1985)

Offiziell veröffentlichte Liveaufnahmen

  • Wien, Rathausplatz 5:23 (1985)

Über den Song

Dieser Song (beziehungsweise das Demo davon, über einen weitreichenderen Produktionsstatus kam der Song nie hinaus) wurde erst nach Falcos Tod veröffentlicht. Er entstand jedoch nachweislich um 1985, da Falco im Rahmen des Konzerts zur Eröffnung der Wiener Festwochen am Wiener Rathausplatz diese Nummer bereits live spielte und dem Publikum mitteilte, dass diese Nummer auf seinem nächsten Album Falco 3 erscheinen wird. Dazu kam es nie, was wohl auch an der Schmallbrüstigkeit dieser Nummer liegt. Sicherlich sollte man den Umstand bedenken, dass es sich hier nur um eine Demo (bzw. eine Live-Version, die geringfügig besser, weil rockiger ist) handelt, jedoch ist davon auszugehen, dass dieses Lied wohl auch besser und feiner produziert eine sowohl in musikalischer als auch in textlicher Hinsicht qualitativ den Nullwert ansteuert.

Vor einem einschläfernd langweiligen Reggae-Rhythmus und einer monotonen Gitarren- und Synthesizer-Begleitung knödelt Falco in einer für ihn bis zum damaligen Zeitpunkt nicht gehörten Pomadigkeit seinen Text, der Song kommt (trotz seiner Laufzeit von fast 6 Minuten) nie in Fahrt und ist völlig ungeeignet für Falcos Stimme.

Textlich ist lediglich interessant, dass es die erste Nummer ist, die Falco komplett in englischer Sprache verfasst hat. Wenn man bedenkt, dass Falcos Englisch nicht unbedingt das stilsicherste und natürlichste ist, bekommt man schon mal eine Idee, was sich da zusammenbraut. Inhaltlich ist es ein plumpes Liebeslied, es geht um Einsamkeit und um die erlösende Kraft der Liebe: der Protagonist fühlt sich alleine, er verspricht sich eine Besserung seiner Situation von der Liebe zu einer Frau, er hofft, dass sie sich ihn in verliebt, er möchte Teil ihres Lebens sein… Ja, es ist so schlimm!

Es ist absolut nicht nachvollziehbar, warum Falco sowohl musikalisch als auch textlich in völliger Verkennung seiner Talente, einen derart schwachen Song geschrieben hat. Und wir reden hier über eine echte Autorenschaft, das ist bei Falco ja sehr selten der Fall, aber diese Nummer dürfte er in der Tat völlig unabhängig selber verfasst haben (ein Umstand, der Gerüchte erstarken lässt, dass er bei den ebenfalls laut Urheberangaben von ihm verfassten Songs Ganz Wien und Helden Von Heute vielleicht wirklich Hilfe von Freunden und Bandkollegen in Anspruch genommen haben dürfte).

Wenn man sich das Demo anhört, fällt auf, dass die Nummer so gar nicht dem Stil von Falcos bisherigen Liedern entspricht, vielmehr erinnert er in seiner Holprigkeit, Unbeholfenheit und Plumpheit an diejenigen beiden Songs, die Falco Ende der 1970er mit seiner damaligen Band Spinning Wheel aufgenommen hat: Chance To Dance und Summer. Gleichzeitig sind die ebenfalls untypischen emotional-schwülstigen Texte ein erster Vorbote auf Falcos Textproduktion im Rahmen der Zusammenarbeit mit den Produzenten Gunther Mende und Alexander C. Derouge, unter deren Regie zwei Jahre später ähnlich schwache Texte (und eine durchaus vergleichbare seichte und schlagerhafte Musik) entstanden sind.

Zeitlich ist dieser Song vor der Zusammenarbeit von Falco mit den Gebrüdern Bolland entstanden, man kann davon ausgehen, dass er 1984/85 geschrieben und aufgenommen wurde. Damit gehört er zusammen mit Urban Tropical, Nothin‘ Sweeter Than Arabia, It’s All Over, Baby Blue und der Idee, den Song „Looking For Love“ der amerikanischen New Wave-Band The Cars unter dem Titel Munich Girls zu covern, auf die Liste derjenigen Nummern, mit denen Falco nach dem Flop seines Albums Junge Roemer und der Trennung von seinem Produzenten Robert Ponger versucht hat, neues Material für seine nächste LP zu beschaffen.

Es ist bemerkenswert, dass der Song mit den Worten „Persiflage, Persiflage“ beginnt, möchte uns Falco da etwas sagen? Aber wen oder was möchte Falco hier verspotten oder nachnahmen? Am besten, man denkt nicht weiter darüber nach und lässt den Mantel des Schweigens über diese Nummer fallen… Entstanden ist das Demo mit der Band von Peter Maffay (!) und Falco wollte diesen Song auch nach dem Start der Zusammenarbeit mit den Bollands und dem Mega-Erfolg von Rock Me Amadeus auf das zum Zeitpunkt der Entstehung produzierte Album Falco 3 geben. Glücklicherweise nahm Falco dann doch noch von dieser Idee Abstand, nicht jedoch um den furchtbaren Song ein Jahr später erneut auszugraben und in einem Interview kundzutun, dass er diese Nummer gerne als nächste Single nach The Sound Of Musik veröffentlichen würde. Gleichzeitig spricht Falco in diesem Interview auch von der Ablehnung dieser Wahnsinnsidee durch seine Plattenfirma – da sage nochmals jemand, Plattenfirmen lägen immer falsch…

Übrigens gibt es auch einen gleichnamigen Song von Falcos Idol David Bowie, dieser befindet sich auf dem Album "Let's Dance" von 1983.

Live hat Falco diesen Song auf einem Konzert performt, auf dem erwähnten Eröffnungskonzert der Wiener Festwochen im Sommer 1985. Der Song wird in der Live-Version zwar wenig überraschend auch nicht besser, aber wenigstens wurde er ein bisschen flotter und rockiger aufgeführt.

Offiziell wurde der Song zu Falcos Lebzeiten nicht veröffentlicht da der österreichische Rundfunk jedoch das Festwochen-Konzert aufgenommen und ausgestrahlt hat, war Falco-Fans dieser Song natürlich dennoch bekannt. Seine erste Veröffentlichung erfuhr der Song anno 2010 im Rahmen der 25th Anniversary Edition des Albums Falco 3, auf der die Demo-Version (löblicherweise) unbearbeitet enthalten war. Definitiv ein Song lediglich für Falco-Kompletisten.

Text

(Persiflage
Persiflage)

Alright

The best regards to the band of Peter Maffay
I hope you get the message, boys
Right

Let me hear the bass and the choir
Let me hear that bass

Oh oh oh
Eh eh eh
Oh oh oh

Once Again

Oh oh oh
Oh oh oh
Oh oh oh

So listen, babe

I’ve always been the trouble
You`ve always been the key

Couldn't find me a way to my
To my destiny

Another day
Another day in life
Same troubles again

Couldn't find me a way to my
To my destiny

Say Say

I just want to get me into your heart
I just want you want me to be a part of you
Feel so lost and lonely
Lost in my art

Ey!

Without you
Without you

Next

Another day
Another day in life

Some troubles again
Couldn't find me a way to my
To my destiny

Say what
Da, da, da
Oje

I just want to get me into your heart
I just want you want me to be a part of you
Feel so lost and lonely
Lost in my art

Without you
Without you
Without you, babe

Come on, Mr. Saxophone man!

Na na na
Ey

Without you
Without you
Without you, babe

I just want to get me into your heart
I just want you want me to be a part of you
I feel so lost and lonely
Lost in my art

Without you, babe
Without you
Without you, babe
Ey
Without you
Without you

Mister Saxophone!

Na na na

I feel so lost and lonely
Lost in my art

Without you
Without you
Without you
Without you
Without you, babe
Without you

Meine Textfassung beruht, falls vorhanden, auf den Textbeilagen der offiziellen Veröffentlichungen (Booklet, Inlay, Cover etc.). Allerdings wurden alle Texte abgehört und nach dem gesungenen Wort korrigiert. Bei Songs, bei denen keine Textbeilagen verfügbar sind, basiert meine Fassung ausschließlich auf dem gesungenen Wort bzw. auch auf im Internet kursierenden Versionen. Textpassagen, die im Dialekt gesungen wurden, stehen in gemäßigter Transliteration. Rechtschreibfehler, sowohl deutsche als auch englische, wurden in eklatanten Fällen korrigiert. Die Rechtschreibung beruht teils auf der zur jeweiligen Zeit gültigen (Textbeilagen), teils auf der neuen Rechtschreibung (eigene Abhörungen). Auf Satzzeichen wurde im Allgemeinen verzichtet. Für Verbesserungsvorschläge bin ich dankbar.