Studio Album

Out Of The Dark (Into The Light)

März 1998
EMI Elektrola GmbH
Sing Sing
Charts: #1 AUT, #3 GER, #4 SUI

Über das Album

1993, nach der Veröffentlichung des Albums Nachtflug, war Falco in einer scheinbar aussichtlosen Situation – in den vorhergegangenen Jahren hatte er alles Mögliche probiert, jedoch nicht mehr an frühere Glanzzeiten anschließen können: 1987 wurde die musikalische Neuausrichtung mit den Produzenten Gunter Mende und Candy DeRouge ein Schlag ins Wasser, die darauffolgende, unter zeitlichem Druck zustande gekommene Rettungsaktion des schlussendlich 1988 unter dem Titel Wiener Blut veröffentlichten Albums durch die Bollands blieb sowohl kommerziell als auch künstlerisch hinter den Erwartungen zurück. Nach dem Flop dieser LP kehrte Falco 1990 zu Robert Ponger, dem Produzenten seiner beiden ersten Alben, zurück. Nachdem diese Zusammenarbeit mit dem Longplayer Data De Groove zum größten Misserfolg seiner Karriere wurde und auch die im Jahr darauf erschienene Songzusammenstellung The Remix Hit Collection keine Erfolge feiern konnte, trat Falco (nachdem er zunächst mit dem österreichischen Produzenten Harald Kloser zwei Tracks geschrieben hatte) den erneuten Canossagang nach Holland an, das 1992 unter neuen Vorzeichen produzierte Werk Nachtflug war jedoch lediglich in Österreich ein Achtungserfolg.

Falcos Status war somit innerhalb von wenigen Jahren von einem zumindest kurzfristigen internationalen Superstar mit Hits rund um den Globus zu einer nur noch in seinem Heimatland relevanten Figur geschrumpft. Egal mit welchen Produzenten er versuchte wieder an die Spitze der Charts zu gelangen, das Ergebnis war in allen Fällen kommerziell und in vielen Fällen auch künstlerisch nicht besonders berauschend ausgefallen. Dazu kam, dass sich Horst Bork, Falcos Manager seit 1981, aufgrund von persönlichen, aber auch karrieretechnischen Gründen von ihm trennte und sich nur noch um den gemeinsamen Musikverlag „Falkenhorst“ kümmerte. Falco bestand übrigens bei der Trennung darauf, dass diese stillschweigend passierte, er wollte wohl vermeiden, dass dieses Ende einer langjährigen und erfolgreichen Zusammenarbeit als weiterer Beweis seines stetigen Abstiegs gewertet werden könnte.

Das Ausscheiden von Horst Bork brachte auch Konsequenzen für die Suche nach einem Produzenten für das nächste Album mit sich: hatte in der Vergangenheit Falcos Manager diesbezüglich immer viel Vorarbeit geleistet, musste sich Falco nun selbst um diese, für einen nicht selbstständig seine Songs schreibenden Künstler extrem wichtige, Aufgabe kümmern. Falco zog es jedoch vor, diese Herausforderung zunächst mal auf die lange Bank zu schieben: stattdessen beschloss er, im Frühjahr 1993 (ein halbes Jahr nach Erscheinen des Albums Nachtflug) auf eine Tournee durch Österreich, Deutschland und die Schweiz zu gehen. Diese Entscheidung war sicherlich einerseits dem Umstand geschuldet, dass Falco der Meinung war, er müsse wieder mehr Nähe zu seinen Fans herstellen. Andererseits erscheint die Tour retrospektiv aber auch als eine Art Flucht vor dem notwendigen nächsten Karriereschritt in einer sehr schwierigen Situation, als ein Aufschieben einer unausweichlichen Entscheidung.

Auch privat war Falcos Lebenslage nicht gerade rosig: im Herbst 1993 ließ er auf eigenes Betreiben einen Vaterschaftstest machen, im Zuge dessen herauskam, dass er nicht der Vater von Katharina-Bianca, der Tochter seiner Ex-Frau Isabella, ist. Seit der Geburt 1986 gab es immer wieder Gerüchte, dass Falco nicht der Vater sei (zunächst aufgrund des Geburtstermins und des Datums, an dem sich Falco und Isabelle zum ersten Mal begegnet sind, später dann aufgrund der fehlenden optischen Ähnlichkeit zwischen Vater und Tochter). Emotional dürfte Falco diese Erkenntnis sehr getroffen haben. Anstatt diese Tatsache einfach für sich zu behalten, ging er damit aktiv auf die Presse zu und sorgte damit dafür, dass seine Beliebtheitswerte nicht gerade stiegen. Kurz darauf, im Frühjahr 1994, trennte er sich zudem von seiner langjährigen Freundin Silvia und verkaufte danach Geschichten über seine neue Beziehung mit einer 19jährigen an die Regenbogenpresse. Zeitgleich kamen die ersten Gerüchte auf, dass Falco finanziell am Rande der Pleite stehe. Falco schien zum damaligen Zeitpunkt also nicht nur karrieretechnisch, sondern auch persönlich in einer schweren Lebensmittekrise angekommen zu sein. Davon zeugt auch der Umstand, dass Falco in dieser Zeit wahlweise mit Bart oder mit Glatze in der Öffentlichkeit erschien.

Nachdem Falco 1994 zwar von einer geplanten Personality-TV-Show für den ORF sprach, gleichzeitig aber noch immer keinen Produzenten für den geplanten neuen Longplayer gefunden und lediglich ein Konzert mit Symphonieorchester am Wiener Neustädter Domplatz gespielt hatte, sah er sich auch von Seiten seiner Plattenfirma bereits wieder dem großen Druck ausgesetzt, neues Material für ein nächstes Album aufzunehmen. Unter all diesen nicht gerade positiven Vorzeichen, sowohl in beruflicher als auch in privater Hinsicht, begann der lange Weg zur Produktion der nächsten LP, es ist ein Weg, der von einer großen Unsicherheit, Orientierungs- und Ratlosigkeit von Seiten Falcos geprägt ist, ohne Produzenten und ohne seinen langjährigen Manager begann eine jahrelange karrieretechnische Irrfahrt, die von vielen künstlerisch fragwürdigen Entscheidungen gekennzeichnet ist und die tragischerweise keinen Abschluss zu Falcos Lebzeiten mehr finden sollte: Das 1992 erschienene Album Nachtflug blieb die letzte zu Falcos Lebzeiten veröffentlichte LP – sämtliche Songs, die Falco bis 1997 aufnehmen sollte, wurden erst posthum veröffentlicht.

Die erste Station auf dem Weg zur Erarbeitung eines neuen Longplayers war ein für Falco im wahrsten Sinn des Wortes naheliegender: Er hatte immer noch keinen neuen Produzenten gefunden und so ging er auf Nummer sicher und begann 1994/95, Songs mit Mitgliedern seiner Live-Band (Falco: „mit meiner Wiener Partie“) zu schreiben und aufzunehmen. Diese Entscheidung zeugt von Falcos geplanter Herangehensweise an das neue Album: Er wollte lokal produzieren, kein großes Risiko eingehen und kleinere Brötchen backen, ein internationaler Anspruch ist bei einer derartigen Zusammenarbeit nicht mehr erkennbar. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit entstanden mit Thomas Rabitsch und Thomas Lang die Songs Verdammt Wir Leben Noch, Die Königin Von Eschnapur und Europa. Falco meinte Anfang 1995 in einem Interview dazu: „Ich produziere mit zwei Leuten, mit Thomas Rabitsch als Keyboarder und Thomas Lang als Drummer. Weil der aber in London sitzt, sind wir vernetzt und spielen einander die Sachen zu. Wir nehmen auf, wenn es uns Spaß macht. Die Musik, die ich derzeit mache, ist wesentlich gerader und erdiger als früher und deshalb vielleicht emotionaler, ehrlicher, mehr Ganz Wien als Rock Me Amadeus. Ich bin immer dann gut gewesen, wenn ich mich nicht angepasst habe. Sobald ich Konzessionen an Industrie und Medien gemacht habe, war ich schlecht. Deshalb mache ich keine Kompromisse mehr. Termine interessieren uns nicht. Wenn wir fertig sind, sind wir fertig. Ich glaube, aber, dass es Ende des Jahres ernst wird, die neue Platte wird, denke ich, Ende des Jahres herauskommen“. Auch mit einer anderen Wiener Szenefigur, Ronnie Rocket, scheint Falco in dieser Zeit zusammengearbeitet zu haben, die dabei entstandene Nummer Sexuality (bei der Falco die Musik geschrieben hat) wurde aber nie aufgenommen und erst nach Falcos Tod von Rocket mit anderen Sängern (Hansi Lang beziehungsweise Andrè Leherb) fertiggestellt. Die Rabitsch/Lang-Nummern fanden schließlich jedoch bei Falcos Plattenfirma EMI keinen großen Anklang (sie wurden erst nach Falcos Tod 1999 veröffentlicht) und damit stand Falco erneut vor der mittlerweile immer drängenderen Frage, wer für seine nächste LP Songs schreiben beziehungsweise produzieren sollte.

Falco schien zu dieser Zeit unschlüssig und zaghaft zu sein und wieder vermied er eine offensive Herangehensweise an das Problem und trat stattdessen die Flucht in eine Nebentätigkeit an: so referierte er an der Schule für Dichtung in Wien über das Thema „Schreibt Falco Texte? Wenn ja, wie?“ und trat im Rahmen einer Benefizveranstaltung für diese Institution gemeinsam mit Konstantin Wecker, Wolfgang Bauer und H.C. Artmann auf. Bei diesem Konzert wurde der Live-Auftritt Falcos mitgeschnitten, die von ihm gecoverten Beatles-Songs (Beatles Medley, Revolution und Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band) wurden nach seinem Tod veröffentlicht.

Im Sommer 1995 wurde auf dem Soloalbum „Mediator“ von Thomas Lang (mit dem Falco ja kurz zuvor in Kooperation mit Thomas Rabitsch Songs geschrieben hatte) die Nummer Ec Ce Machina, bei der Falco Teile des Textes geschrieben und die Gaststimme übernommen hat, veröffentlicht. Obgleich auf dieser LP auch eine Radio Version des Songs enthalten ist, ging diese Nummer ohne großes mediales Echo und ohne jegliches Interesse von Radiostationen oder dem allgemeinen Publikum unter.

Als zur gleichen Zeit dann der deutsche Produzent George Glück mit der Idee an Falco herantrat, doch eine Techno-Version eines Berliner Gassenhauers aus den 1920er Jahren mit dem launigen Titel Mutter, Der Mann Mit Dem Koks Ist Da aufzunehmen, schien Falco bereits so verzweifelt gewesen zu sein, dass er dieser Veröffentlichungsidee (bei der Falco unter dem Pseudonym T-MA firmierte) nach einer Nachdenkphase durchaus positiv gegenüberstand: „Früher habe ich intellektuelle Inszenierungen gespielt, aber keine Platte verkauft, weshalb es erfolgreich gelungen ist, mich fast in den Graben zu fahren. Deshalb haben wir, der Falco und ich und vielleicht der Hölzel und der T-MA, entschieden, wieder populär zu sein“. Als diese, für Falco musikalisch und durchaus auch textlich ungewöhnliche Nummer im deutschsprachigen Raum im darauffolgenden Jahr ein Hit wurde und Falco auch medial wieder stärker als Künstler in den Fokus trat, wurde die Idee, das nächste Album mit Thomas Rabitsch und Thomas Lang aufzunehmen, endgültig begraben. Stattdessen entschied Falco, dass George Glück, der bereits als Manager und Produzent von Trio, Rio Reiser und den Humpe-Schwestern tätig gewesen war, als Executive Producer Repertoire für das nächste Album finden beziehungsweise besorgen sollte.

Zugleich wurde beschlossen, dass Torsten Börger, der zu dieser Zeit als Produzent für die deutsche Mädchenband TicTacToe große Erfolge feierte, diesen Job auch für Falco erledigen sollte. Dabei wurde schnell klar, dass Falcos neuer Produzent und Songwriter einen grundsätzlich anderen Zugang zu Falco und der seiner Meinung nach zu diesem Künstler passenden Musik hatte – so soll Börger zu Falco am Beginn der Zusammenarbeit gesagt haben: „Fuck yourself mit deinem monarchistischen Schmäh, that’s not the point of selling“. Auch Falco selbst scheint spätestens seit der Aufnahme von Mutter, Der Mann Mit Dem Koks Ist Da völlig die Lust an der Musik verloren zu haben: „Ich werde unter Garantie das machen, von dem ich mir den meisten Erfolg verspreche. George Glück tut, was ein Verleger tun soll: er verschafft Künstlern Repertoire. Ich bin kein Schreiber, das Potential ist da, aber ich bin zu faul. Er weiß, welche Nummern zu mir passen. Mich interessiert es nicht, Musik zu machen. Die anderen sollen die Songs schreiben – ich sag nur noch ja oder nein. Alles geht heute und Purist war ich nie. Ich habe mich entschlossen, Musik zu machen ohne Rücksicht auf Konventionen“.

Unter diesen wenig erbaulichen und Qualität versprechenden Vorzeichen wurde im Sommer 1996 ein erster Song dieser neuen Zusammenarbeit veröffentlicht: Unter der kompliziert klingenden Namensgebung „Falco feat. T-MB“ wurde die Nummer Naked herausgebracht. Entgegen den Erwartungen wurde die Single jedoch lediglich in Österreich ein Hit. Dieser Song, der vom Komponisten Voyce, mit bürgerlichem Namen Jürgen Bick, nicht speziell für Falco geschrieben und von Falcos Management lediglich eingekauft wurde, ist die letzte Veröffentlichung von Falco zu Lebzeiten.

Nachdem Naked nicht der erhoffte Erfolg beschieden war, hatte man damit zunächst nicht den Druck, sofort das Album nachschießen zu müssen. Falco nutzte diese Zeit, um von Wien in die Dominikanische Republik umzuziehen, auch das eine Flucht – sicherlich vor den Steuern, wohl aber auch um dem Druck und der Häme der Menschen in seiner Heimatstadt zu entkommen. Falcos Identitätskrise blieb auch in dieser Zeit erkennbar, so wollte er in einer Folge der TV-Serie „Klinik unter Palmen“ auftreten und war auch hauptsächlich nur noch aufgrund seiner Beziehung zu einem jungen kanadischen Model in den Schlagzeilen der Presse. Zeitgleich zeigte er sich einmal mit blond gefärbten Haaren, das andere Mal mit Diamanten im Zahn, alles wohl auch im Zuge der Bestrebungen von Claudia Wohlfromm (der Partnerin von George Glück), die in dieser Zeit Falcos Management übernommen hatte, der Kunstfigur Falco eine neue Positionierung für die 1990er-Jahre zu geben. Die Verbindungen der zentralen Personen in Falcos Karriere war damit eine eng verflochtene, schließlich betrieb Wohlfromm mit Falcos Produzenten Torsten Börger zudem eine gemeinsame Musikproduktionsfirma.

Falcos Executive Producer, George Glück, meinte nach Falcos Tod zur Entstehungsgeschichte der Platte, dass die lange Arbeit an der LP deswegen so lange gedauert hat, „weil Material gefunden oder geschrieben (werden musste), Falco war ja kein selbstkomponierender, schreibender Künstler“. In der Folgezeit von Ende 1996 bis 1997 entstanden mit Torsten Börger sechs weitere Songs für das geplante neue Falco-Album, das unter dem Titel „Egoisten“ erscheinen sollte. Darüber hinaus wurde eine neue Version von Der Kommissar aufgenommen und zeitgleich mit Reinhold Heil und Udo Arndt eine Cover-Version des Rio-Reiser-Songs Geld produziert. Falco erwähnte in einem Interview zu dieser Zeit, dass er gerne auch noch einen Song der deutschen Elektro-Kultband Kraftwerk covern würde (Falco: „Ich hätte jetzt vielleicht noch gerne einen Kraftwerk-Titel, leider hab ich gehört, dass bei denen die Vertragsverhandlungen sehr pingelig laufen“) und im Fax, das im Booklet der posthum erschienenen CD abgedruckt wurde, erwähnt Falco auch noch die Beatles-Nummer „Tomorrow Never Knows“. Darüber hinaus wurde 1977 auch noch der Titel Krise mit Thomas Rabitsch in Wien, sowie der wiederum von Jürgen Bick alias Voyce nicht speziell für Falco geschriebene Song Push! Push! (den Falco in der verschollenen Originalversion auf der Silvesterfeier der Firma Excalibur City, die seinem Freund und Gönner Ronnie Seunig gehörte, im Playback aufführte) aufgenommen. Eine von Jürgen Bick erwähnte weitere, speziell für Falco geschriebene Nummer namens „Scandalous“ wurde hingegen nie realisiert. Bick meinte in einem Interview Jahre später zu diesem Song, dass dieser, „anders als Naked und Push! Push! extra für Falco geschrieben wurde: Auf Falcos Wunsch sollte ein weiterer Song aus meiner Feder aufgenommen werden, leider ist es dazu nicht mehr gekommen“.

Diese Phase nach dem Flop von Naked bis kurz vor Falcos Tod ist gekennzeichnet von vielen musikalischen Experimenten und es war klar erkennbar, dass nach wie vor eine große Befangenheit auf Seiten Falcos (und wohl auch auf Seiten seiner Produzenten) herrschte, mit welchem Material, mit welcher musikalischen Ausrichtung man den von allen gewünschten großen Erfolg für Falco wieder zurückbringen könnte. Die Orientierungslosigkeit war auch bemerkbar in vielen Interviews, die Falco 1997 gab, er sprach oft davon, aufgenommene Titel wieder zu verwerfen und neue zu suchen und aufzunehmen: „Die LP ist seit November (1996; Anmerkung) fertig. Sie wartet nur noch darauf, durch zwei Titel vervollständigt und dann im April (1997; Anmerkung) präsentiert zu werden. Praktisch bedeutet das: Wir schmeißen zwei Songs, die mir nicht so gut gefallen haben, raus und suchen zwei neue. Von „Egoisten“ sind acht Nummern fertig und haben eine Kurve genommen in Richtung Qualität, dass ich die Füller nicht drauffurzen will. Ich fühle bei der Platte was von der Intuition der Ersten und vom Kommerz der Dritten, sie hat diesen kultivierten Rotz, ist aber angepasst auch. Ich glaube, es ist mein bestes Album seit Junge Roemer. Auf dem Album befinden sich vier bis sechs Hits“. Allein diese sich teilweise widersprechende Aussage ließ bei Fans die Alarmglocken läuten, so ähnlich klangen auch Falcos Aussagen kurz vor der Veröffentlichung des dann gefloppten Albums Data De Groove.

Ab 1997 wurde die Veröffentlichung des neuen Falco-Albums immer wieder von ihm angekündigt und dann doch wieder aufgeschoben – ein offizieller Erscheinungstermin zu Lebzeiten existierte nie.  Warum die geplante LP immer wieder verschoben wurde, ist dabei unklar: einerseits könnte es an Falco selbst gelegen haben – er schien keine Ahnung und keine Idee zu haben, wie er seine mehr als nur ins Stocken geratene Karriere wieder zum Laufen bringen könnte. Gleichzeitig war ihm klar, dass die neue LP ein Erfolg werden musste, der Druck von Seiten der Plattenfirma und auch der Öffentlichkeit wurde kontinuierlich größer. In diese Richtung zeigen auch Presseartikel kurz vor Falcos Tod, in denen davon berichtet wird, dass Falco „die Songs seines fast fertigen Albums „Egoisten“ großteils in den Müll“ werfen wollte. Falco selbst wird so zitiert: „Ich kann es noch besser, Zeit spielt keine Rolle bei mir. Ich hau alles weg was ich bisher gemacht hab, ich weiß jetzt, wie es geht“. Gleichzeitig gibt es aber auch das Fax, das Falco im Dezember 1997 an George Glück schickte und in dem er ihm das von ihm gewünschte Tracklisting der neuen LP übermittelte. Man kann somit nicht final sagen, welche Meinung Falco zu den Songs, die schließlich posthum auf dem dann Out Of The Dark (Into The Light) betitelten Album erschienen sind, gehabt hat – ob er wirklich den Großteil der bis dahin geschriebenen Songs verwerfen oder aber sehr wohl mit diesem Material seinen nächsten Longplayer füllen wollte, wird für immer ein Rätsel bleiben.

Unklar ist auch, welche Rolle Falcos Plattenfirma in all diesen Verschiebungen des Albums spielte. Es ist sehr wohl möglich, dass EMI nicht mit den für das Album geplanten Songs zufrieden war. Auch hier war klar, dass Falcos neues Album ein gutes und erfolgreiches werden musste, ein weiterer Flop würde wohl das endgültige Aus des für teures Geld eingekauften Künstlers bedeuten. In Interviews von Falco scheint einerseits durch, dass seine Plattenfirma eher bevorzugte, gutes Material geliefert zu bekommen und dass wenig zeitlicher Druck gegeben war: „Meine Plattenfirma denkt nicht in Jahren oder Jahrzehnten, sie denkt in Jahrhunderten, ähnlich wie die katholische Kirche“. In Horst Borks Buch klingt das aber nicht ganz so entspannt, er berichtet von einer Situation, in der EMI mehr Songs wie Mutter, Der Mann Mit Dem Koks Ist Da gefordert haben soll und Falco darüber nicht gerade glücklich war. Laut Bork beklagte sich Falco bei den neuen, von Torsten Börger produzierten Songs auch darüber, dass diese „zu wenig Falco“ seien und dass „EMI die Schrauben“ anzieht und dass Falco, obgleich er mit dem Album zunächst zufrieden war, nun aber auch zweifelte, ob die LP gut genug sei (Falco: „Wir sind fast fertig, aber jeder mosert jetzt rum und langsam gefällt mir auch nichts mehr“).

In den Presseartikeln nach Falcos Tod finden sich zahlreiche Infos zu dieser verwirrenden Situation bezüglich einer geplanten Veröffentlichung. So wird Falcos Plattenfirma EMI zitiert, dass Falco zwar bis kurz vor seinem Tod weiterhin neue Titel für das Album produzierte, die finalen Masterbänder der LP jedoch Ende Dezember 1997 übermittelt wurden und der Longplayer irgendwann im Frühjahr 1998 hätte erscheinen sollen. Einen offiziellen Veröffentlichungstermin gab es aber vor Falcos Tod nicht. Demgegenüber gibt es viele Stimmen aus Falcos Umfeld wie zum Beispiel Markus Spiegel, Thomas Rabitsch oder Billy Filanowski, die meinen, dass Falco die LP, so wie sie letztlich erschienen ist, verwerfen wollte. Auch wird in einigen Medien darüber berichtet, dass Falco das Album schon mehrmals zurückgezogen, nicht hinter allen Titeln gestanden sei, neue Titel produziert, verbessert und verändert hätte und sein Tod diesem Prozess nun ein Ende gesetzt hat. Im Magazin News wird ein Vertrauter Falcos, Robert Hochstaffel, zitiert, dieser meint, dass Falco ein „Remake der Skandalnummer Jeanny plante“, dafür gibt es aber keinerlei andere Hinweise.

Wie auch immer die tatsächliche Situation Ende 1997 war, die Aussage eines EMI-Mitarbeiters, die in der nach Falcos Tod aktualisierten Version seiner Biographie von Peter Lanz zu lesen ist, stimmt sicherlich: „Bei Falco kann man nie sicher sein. Ehe man es sich versieht, schafft er doch noch einmal den absoluten Hit“. Ähnlich argumentiert Horst Bork: „Falcos Charme lag in seiner Unberechenbarkeit. Man konnte nie vorhersehen, was er präsentieren würde. Deshalb wusste niemand, ob Falco am anderen Tag einen Hit haben würde oder nicht. Aus diesem Grund wagte es aber auch niemand, ihn ganz abzuschreiben“.

Falcos Tod setzte all diesen Überlegungen ein Ende. Gemäß den Gesetzen des Marktes wurde natürlich sofort damit begonnen, die LP, die bisher auf Eis gelegen hatte, fertigzustellen und so schnell wie möglich zu veröffentlichen. Und so wurde nur einen Monat nach Falcos Tod im März 1998 sein letztes Album herausgebracht. Die Vermarktungsidee, dass zunächst nur das Album, die Hitsingle Out Of The Dark jedoch erst rund einen Monat danach veröffentlicht wurde, war sicherlich stark profitfördernd. Dabei wurde das Artwork (man verwendet statt der 1996/97 von Reiner Hosch gemachten Portraitphotos von Falco nun Photos aus dem Video zu Mutter, Der Mann Mit Dem Koks Ist Da) des Longplayers geändert. Diese Entscheidung machte aus marketingtechnischer Hinsicht Sinn, optisch wäre ein aufwendigeres Design (auch im Booklet) hochwertiger gewesen – aber dafür war in der kurzen Zeit zwischen Falcos Tod und dem Erscheinen der Platte wohl keine Zeit. Auch die Änderung des geplanten Titels von „Egoisten“ (kurz vor seinem Tod berichtet die österreichische Jugendzeitschrift Rennbahn-Express in einem Artikel über einen anderen angedachten Titel namens „Ego), ist wenig elegant, aber aufgrund der Tatsache, dass die Werbeschiene stark auf die (falsch interpretierte) Textzeile „Muss ich denn sterben, um zu leben?“ aus dem Song Out Of The Dark ausgerichtet war, ist auch diese Entscheidung nachvollziehbar.

Wenn man bedenkt, dass Falco an der schlussendlich veröffentlichten LP fast zwei Jahre lang gearbeitet hat, dann ist es sicherlich das Falco-Album mit der längsten und schwierigsten Produktionsgeschichte. Wenn man dann auch noch hinzunimmt, dass Falco zur Zeit der Entstehung sehr offen darüber gesprochen hat, dass ihm Musik nicht mehr wichtig ist und nur noch der kommerzielle Erfolg im Fokus seiner Anstrengungen steht, dann ist auch klar, warum das Werk nicht besonders authentisch, dafür aber sehr inhomogen, uneinheitlich, verschiedenartig und von sehr stark wechselnder Qualität ist. Falco meinte kurz vor seinem Tod zur musikalischen Ausrichtung: „Ich pfeif‘ auf alle Grenzen, du findest von Techno bis Balladen alles auf der Scheibe“.

Bei einer Analyse des musikalischen Stils auf dem Album wird schnell klar, dass es eine klare Zweiteilung gibt: einerseits Songs die klar auf den Dancefloor zielen und einen Sound bevorzugen, den man bisher so noch nicht von Falco gehört hatte, andererseits Nummern, die klar den altbewährten Falco-Stil in mehr oder weniger modernisierter Weise umsetzten. Der stark elektronische Remix von Der Kommissar scheint in dieser Logik als Bindeglied zwischen diesen beiden Welten zu fungieren.

Während die Dancefloor-Songs alle ziemlich substanzlos rüberkommen  und einerseits dem damals schon nicht mehr wirklich angesagten Techno-Sound (Mutter, Der Mann Mit Dem Koks Ist Da und Cyberlove) beziehungsweise dem nicht gerade elitären Euro-Dance-Trend (Naked) folgen, so ergeben sich bei den anderen Nummern, die von Falcos Produzenten stärker an den klassischen Falco-Stil angelehnt wurden, große Qualitätsunterschiede: Die beiden später dann posthum aus dem Album ausgekoppelten Singles (Out Of The Dark und Egoist) sind die beiden stärksten Lieder, sie kommen, wenngleich auch beide nicht optimal produziert wurden, an das Niveau früherer Falco-Erfolge ziemlich nah heran. No Time For Revolution ist wohl als Opener des Albums konzipiert und komponiert worden, Shake und Hit Me sind typische Füllernummern. Gleichzeitig stehen sowohl der Remix von Der Kommissar (hier wenig imaginativ „Der Kommissar 2000“ genannt, eine seltsame Namensgebung, wenn man bedenkt, dass dieses Millenniumsjahr bei der Veröffentlichung lediglich noch zwei Jahre entfernt war) als auch die Coverversion von Rio Reisers Geld (die als versteckter Song, und nur mit einem kryptischen Verweis auf eine Bibelstelle ausgewiesen, am Ende des Albums steht) für den typischen Falco, beide Tracks verwenden lediglich modernere Soundgewänder. Mehr als jedes andere Falco-Album wirkt dieses Werk wie eine randomisierte Zusammenstellung von Songs, eine zusammenhangslose Sammlung von Nummern, die sowohl in der musikalischen Gestaltung als auch in Bezug auf die Qualität eine große Bandbreite aufweist.

Was auch auffällt, ist die im Vergleich zu allen bisherigen Falco-Alben extrem beschränkte Sound- und Detailpalette, die Torsten Börger als Produzent verwendet hat. Sicher, auch bei seinen anderen Arbeiten wie zum Beispiel für die Band TicTacToe wird ein ähnlich limitierter Klangteppich ausgerollt, aber vor allem bei Falco, dessen Werke bisher, unabhängig vom Produzententeam, immer musikalisch sehr aufwendig, reichhaltig und opulent umgesetzt waren, fällt diese neue, nicht gerade vorteilhafte Bescheidenheit nachteilig auf.

Nachdem Falco bereits im Vorfeld der Produktion des Albums verlauten ließ, dass er mittlerweile nur wenig Interesse am konkreten Mitwirken an seiner Musik habe, war klar, dass sich sein Input zu diesem Album auf ein Minimum beschränken würde. Zwar wird Falco als Texter bei jedem Song auf der LP genannt, bei vielen der Songs dürfte er jedoch nur marginal einige zusätzliche Zeilen beigetragen haben. Im Gegensatz dazu ist jedoch anzunehmen, dass Falco bei den Songs Out Of The Dark, Egoist, Hit Me und wohl auch bei Cyberlove dann doch zumindest einen großen Anteil der Lyrics selbst verfasst hat. Bei der Nummer Geld hat Falco den Text von Rio Reiser in einer durchaus witzigen und charmanten Art und Weise umgeändert.

Auch in Fragen der musikalischen Auskleidung der einzelnen Songs dürfte Falco im Wesentlichen den Ideen und Konzeptionen seiner Produzenten gefolgt sein. Zwar argumentiert er in einigen Interviews 1997, dass die breite Palette der Musikstile durchaus gewollt ist, andererseits erscheint dies aber wie eine Schutzbehauptung, um den inhomogenen Sound der LP zu erklären. Auch beklagte sich Falco gerüchtweise, dass die Nummern „zu wenig Falco“ seien, eine Annahme, mit der er nicht falsch lag.

Übrigens: im Booklet des Albums wurde ein Fax von Falco an seinen Executive Producer George Glück abgedruckt. In diesem übermittelt Falco am 1. Dezember 1997 die von ihm gewünschte Reihung der auf dem Album befindlichen Songs („Hier meine lang überlegte Reihung, hab sie 100-mal simuliert und finde den Flow obergeil“). Dieses Tracklisting wurde dann aus ungeklärten Gründen auf der LP nicht übernommen. Falco selbst hätte statt Shake an dritter Stelle stattdessen Hit Me verwendet und an die vierte Position Mutter, Der Mann Mit Dem Koks Ist Da anstatt dem Remix von Der Kommissar gesetzt (obgleich er dann in einem Fax nur wenige Stunden später diese zweite Änderung wieder zurücknahm). Warum letztlich diesem Wunsch Falcos, die Platzierungen der Songs Shake und Hit Me umzudrehen, nicht entsprochen wurde, ist unklar.

Es ist des Weiteren auch zu hinterfragen, ob Falco die ‚Full Frontal Version‘ von Naked auf dem Album verwenden hätte wollen. In diesem Mix wurde nämlich Falcos Rap, sein Textbeitrag zu diesem Song, entfernt, was dem Remix natürlich Substanz raubt. Es ist vielmehr anzunehmen, dass diese Version ausschließlich deshalb verwendet wurde, um dem Album mehr Laufzeit zu verschaffen, schließlich läuft dieser Mix mehr als sechs Minuten lang. Die Nichtverwendung der Originalversion tut sowohl dem Song als auch dem Album nicht gut, der Mix ist viel zu lang und zu substanzlos und der Umstand, dass Falcos Lyric-Teil entfernt wurde, macht ihn noch nichtssagender.

Thematisch kreisen die Nummern am Album um die Themen Drogen (Out Of The Dark, Mutter, Der Mann Mit Dem Koks Ist Da), Sex (Naked, Hit Me, Cyberlove) und auch die Falco-typische Selbstironie blinzelt durch (Geld, Egoist). Der Song No Time For Revolution ist fast schon soziologisch, wenn man unterstellt, dass er vom gesellschaftlichen Wandel von den 1960ern bis 1990ern handelt. Shake beschreibt eine Party- und Feierkultur, tut dies aber mit den oberflächlichsten Mitteln.

Sowohl bei der Titelgebung als auch bei der Covergestaltung wurde von Falcos Wünschen und Ideen zu Lebzeiten abgerückt. So war für das Coverdesign die Verwendung einer feinen Photoserie von Rainer Hosch geplant. Bei diesen Aufnahmen posiert ein fitter und schlanker Falco im roten Hemd und im schwarzen Anzug, selten wurde Falco von einem Photographen derart vorteilhaft abgelichtet. Nach Falcos Tod entschied sich die Plattenfirma jedoch dafür, Aufnahmen aus dem Videoclip zu Mutter, Der Mann Mit Dem Koks Ist Da für das Artwork zu verwenden. Am Frontcover sieht man eine Großaufnahme von Falcos Gesicht mit ernster Miene vor dunkelschwarzem Hintergrund, am Backcover ein ähnliches Photo auf dem Falco schelmisch in die Kamera grinst. Beide Aufnahmen wurden künstlich nachbearbeitet und mit türkiser Farbe versehen. Die Salzburger Nachrichten sehen in diesem Artwork („Ernste Miene auf der Vorderseite, smartes Grinsen auf der Rückseite“) die zwei Gesichter Falcos. Auf der Rückseite findet man dann auch noch den Falco-Schriftzug leicht verändert, hier wurde in den Buchstaben A das Mann-mit-Hut-Sujet des Covers von Mutter, Der Mann Mit Dem Koks Ist Da eingearbeitet. Auch sieht man die Love&Peace-Zeichen, die Falco zu dieser Zeit gern unter seine Signatur gesetzt hat.

Natürlich ist diese Entscheidung, am Cover alternative Photos zu verwenden, verständlich, man wollte auf den neuen Albumtitel eingehen und spielte bei der Neugestaltung mit diesem Helligkeit-Dunkelheit-Gegensatz. Gleichzeitig reduziert diese Neugestaltung aber das Design sehr und gibt ihm einen billigen Touch. Die Aufmachung erscheint (nachvollziehbar) überhastet und recht lieblos. Die Photos von Rainer Hosch (die bereits 1997 in einigen Magazinen zu Falco-Interviews verwendet wurden), wurden später dann doch noch eingesetzt: sowohl bei den Singles Egoist als auch bei Push! Push! wurden Aufnahmen aus dieser Session verwendet. Meiner Meinung nach hätte sowohl die ursprüngliche Titelgebung als auch die Verwendung der anfänglich dafür vorgesehenen Photos für die Covergestaltung dem Album einen authentischeren (weil vom Künstler so gewünschten) und hochwertigeren Eindruck verliehen. Aber klar, EMI wollte dem tragischen Tod des Künstlers in beiderlei Hinsicht Rechnung tragen und benutzte so eine marketingtechnisch alternative Lösung.

Den Markttrends folgend wurde 1998 das Album lediglich auf CD und Kassette veröffentlicht, eine Vinylfassung folgte erst 2017 im Rahmen des 60. Geburtstags des Künstlers (und mit einer nicht wirklich gut gelungenen Übertragung des Artworks auf das größere Vinylcoverformat). Es ist der einzige Falco-Longplayer, bei dem es keine Texte im Booklet gibt, dies ist wohl einerseits dem Zeitdruck geschuldet, zu dem das Album nach Falcos Tod veröffentlicht wurde (lediglich rund ein Monat nach seinem Ableben), andererseits aber auch damit begründbar, dass wohl keine Aufzeichnungen zu den von Falco gesungenen Texten vorlagen. So wurde im Booklet der LP lediglich der Text von Out Of The Dark abgedruckt, eine Entscheidung, die sich nahtlos in das Bild einfügt, dass Falcos Plattenfirma dieses Werk unter dem thematischen Bogen von Falcos Tod und der im Titelsong vorkommenden, missverstandenen Textzeile „Muss ich denn sterben, um zu leben?“ vermarkten und verkaufen wollte.

Auf der Kassettenversion erschien das Album übrigens mit dem „Mother’s Favourite Mix“ von Mutter, Der Mann Mit Dem Koks Ist Da. Dies geschah wohl, um die Laufzeit der beiden Kassettenseiten anzugleichen, eine technisch nicht unüberlegte Maßnahme bei diesem analogen Medium. Gleichzeitig wurde so von den beiden Singles, die Falco noch vor seinem Tod von diesem Longplayer veröffentlichte, eine längere Version verwendet.

Die Kritiken zu diesem Album waren vielfältig, in vielen Einschätzungen scheint jedoch das Motto „De mortuis nihil nisi bene“ beachtet worden zu sein. Ich bin mir sicher, dass Falco mit dieser LP, hätte er sie zu Lebzeiten veröffentlicht, von der Presse (und wohl auch den Fans) in der Luft zerrissen worden wäre – sein Tod, die posthume Veröffentlichung sowie die schnell einsetzende Verklärung seiner Person führten jedoch zu einer deutlich wohlwollenderen Rezension in vielen Medien. Jedoch wurde in Berichten und Artikeln mehr oder weniger deutlich auf den ungeklärten Status Quo bezüglich der Veröffentlichung hingewiesen: dabei wird weniger oft vermerkt, dass gerüchteweise Falcos Plattenfirma den Longplayer so nicht auf den Markt bringen wollte, weitaus häufiger wird darauf eingegangen, dass es Zweifel gibt, ob Falco das Werk in dieser Form und mit diesem Inhalt freigegeben hat – auch das ein klares Zeichen einer bereits knapp nach seinem Tod beginnenden Mythenbildung, die sich nicht unbedingt nur der Wahrheit verpflichtet fühlt.

Dennoch überwogen bereits bei der Veröffentlichung die negativen Kritiken. Beinahe alle Medien gingen mit dem Album hart ins Gericht: am freundlichsten war noch die Kronen-Zeitung, die ein „Meisterwerk des Pop“ sieht und lediglich noch anmerkt, dass die Platte „nicht der lang erwartete Neubeginn, sondern der abrupte Abschluss einer Ausnahmekarriere“ ist. Auch das Nachrichtenmagazin Profil spart mit Kritik, wenn es meint, dass es „eine gute, keine bestechende Falco-CD“ ist und anmerkt, dass „vor seinem Tod kein Release-Date fixiert war und Falco das Album so nicht freigegeben hatte“. In diesem Artikel wird auch darauf Bezug genommen, dass der Titel des Longplayers noch nicht fix sei, neben dem dann schlussendlich gewählten Titel soll auch „Falco“ als alternativer Titel für die posthume Veröffentlichung im Raum gestanden haben.

Auch das Wochenmagazin News sieht „wenig Gelungenes. Die LP ist in Summe eher schwach“. Die Salzburger Nachrichten schreiben von einem „Album aus Reminiszenzen an vergangene Entwicklungsstufen, eines, dem es an Geschlossenheit und Dichte fehlt“, konstatieren „kommerziell-musikalische Tiefpunkte“ und spielen auf den Plattentitel an: „Spärlich Licht wechselt ab mit dunklen Schatten“. Der Rolling Stone sieht eine Ansammlung von „Nummern die Produzent T. Börger für Falco zusammenbastelte – hörbar bemüht, die Falco-typische Wiener Melange aus englisch-deutschen Satzfetzen, kühlen Beats und blasiertem Getue zu treffen“, während die Tageszeitung Kurier von „Falcos vermutlich schwächster Platte“ spricht, „einem Album, wie es unsicherer kaum sein könnte. Falcos letzter Versuch sich an Eurodance und den internationalen Popmarkt anzubiedern, wäre wohl (ohne seinen Tod; Anmerkung) ein weiteres Mal gescheitert“. Auch George Glück, der Executive Producer des Albums, sieht Falcos letzte LP sachlich-kritisch: „Das Album wäre sicher nicht der Renner geworden, wenn Falco nicht gestorben wäre“.

Diese kritische Betrachtung des Longplayers setzt sich auch in weiterer Folge fort: so schreibt das Profil anno 2007 von einem „Spätwerk, das gemeinhin nicht als Höhepunkt von Falcos Laufbahn gilt“. Auch der Falter sieht ein „posthumes Flickwerk“ und der Musikexpress vermerkt 2012, dass die Platte „nicht wie ein fertiges Album klingt: Hilflosigkeit, Kitsch, Eitelkeiten, den neuen Bowie noch nicht adaptiert und zum Dancefloor nichts mehr beizutragen. Es ist ein Vermächtnis mit fadem Beigeschmack. Man muss sich eingestehen, dass diese lauwarme Platte ohne die traurigen Umstände sehr wahrscheinlich als Ladenhüter geendet hätte“.

Ewa Mazierska meint in ihrem Buch Folgendes: „Falco tries almost everything to get back on track: he records cheap sounding techno and dancefloor songs which dismiss the typical Falco sound and jumps shamelessly on the then hip techno/loveparade sound of the early/mid 1990s. Falco’s creative input is almost zero, he didn’t even know the songwriters with some songs. At the same time, he produces a few old school Falco songs which give him hits after his death“.

Das Album verkaufte sich in Folge von Falcos Tod trotz der kritischen Berichterstattung hervorragend, es war das Comeback, das sich Falco so lange gewünscht hatte und das er nicht mehr erleben sollte. Erfolgreich war das Album jedoch lediglich in den deutschsprachigen Ländern, im Rest der Welt gelang es Falco nicht, posthum nochmals an seine vergangenen internationalen Hits anzuknüpfen.

Insgesamt wurden vier Singles aus dem Longplayer ausgekoppelt, zwei vor Falcos Tod (Mutter, Der Mann Mit Dem Koks Ist Da und Naked), zwei nach seinem Ableben (Out Of The Dark, Egoist). In Österreich waren sowohl die zu Lebzeiten als auch die posthum veröffentlichten Singles sehr erfolgreich, in Deutschland und auch in der Schweiz floppte jedoch die zweite Auskopplung Naked, alle anderen Songs platzierten sich jedoch auch in diesen Ländern hoch in den Charts.

Falco sprach im Zeitraum der Entstehung des Albums mehrmals davon, dass er mit der neuen Platte auf Tournee gehen wollte. Auch wurde anscheinend bereits am Konzept der Tour gearbeitet, gerüchteweise ließ Falco vor seinem Tod Ganzkörperscans seiner Person durchführen, um bei den Konzerten visuell einen Mehrwert zu schaffen – angeblich war geplant, diese Scans dann in dreidimensionale virtuelle Avatar-Animationen hochzurechnen und diese auf Bildschirmen hinter und neben der Bühne zu projizieren. Dieses unter dem Namen „The Dance Machine“ laufende Konzept mit einer U-förmigen Stage inklusive Mittelgang war auf rund 2000 bis 8000 Besucher ausgelegt (Falco: „Meine Größe, ein größeres Publikum werde ich wohl nicht mehr haben“) und wurde von Falcos Freund und Mäzen Ronnie Seunig finanziert.

Falcos letztes Album ist mit Abstand das Werk, an der Falco am längsten gearbeitet hat, bei der die musikalische Ausrichtung beziehungsweise das Konzept am heterogensten und die an der Produktion Beteiligten am mannigfaltigsten waren. Nach dem Erscheinen des Albums Nachtflug anno 1992 vergingen über fünf Jahre, in denen Falco mit diversen Personen an der Entstehung des Werks gearbeitet hat, schlussendlich wurde es zu seinen Lebzeiten nicht mehr veröffentlicht, erst posthum wurde der Großteil der fertiggestellten Songs auf den Markt gebracht. In diesen Jahren, in denen Falco hauptsächlich in den Schlagzeilen der Boulevardpresse, weniger aber in den Charts vorkam, wurde er mehr und mehr als eine Ikone einer vergangenen Zeit, als ehemaliger Star und durchaus bereits als tragische Figur sowohl von Medien als auch von (ehemaligen) Fans wahrgenommen.

Auch war die Zeit der Fertigstellung durch zwei sehr unterschiedliche Gemütslagen Falcos bestimmt: einerseits war er durchaus motiviert und bestrebt ein sowohl kommerziell als auch gleichzeitig zumindest teilweise künstlerisch erfolgreiches Album abzuliefern, andererseits bestand gleichzeitig aber auch eine große Angst, dies eben nicht mehr bewerkstelligen zu können. Falco und sein Produzenten-Team haben keine Formel gefunden, um der Kultfigur Falco einen zeitgemäßen Sound zu geben. Zudem haben sicherlich Falcos finanzielle Schwierigkeiten dazu beigetragen, dass er zwischen 1995 und 1997 so manch künstlerisch nicht nachvollziehbare Entscheidung getroffen hat. Letztlich schien Falco an einem Punkt angekommen zu sein, an dem ihm die Kommerzialität der von ihm aufgenommenen Songs weitaus wichtiger war als das künstlerische Niveau. Das zeigt sich sowohl in der Auswahl der Songwriter, die er teilweise gar nicht kannte, als auch bei der Auswahl des Produzenten, der wohl eindeutiger mehr aufgrund seiner kommerziellen Erfolge zu dieser Zeit, als aufgrund seiner produktions- und soundtechnischen Fähigkeiten ausgewählt wurde. Es macht den Eindruck, dass Falco nur noch erfolgreich sein wollte – dass er dabei wesentliche Grundpfeiler seiner bisherigen Karriere beschädigte, schien ihm dabei egal zu sein, der Zweck schien alle Mittel zu heiligen.

Falcos letzte Platte ist mit Abstand seine schwächste – sowohl musikalisch als auch textlich. Sie schwankt extrem in der Qualität, neben einigen guten Songs finden sich in der Mehrzahl für Falco untypische und weit unter seinem bisherigen Niveau liegende Nummern auf dem Album. Aus diesem Grund wurden wohl auch nach Falcos Tod außer Out Of The Dark und Egoist keine weiteren Singles aus der LP ausgekoppelt – der Rest des Albums war einfach nicht gut genug für weitere Hits. Die zusammenhangslose Aneinanderreihung von Musikstücken, die sich sowohl in der Qualität als auch im Sound sehr unterscheiden, ergeben das Bild eines ziellosen und letztlich erfolglosen Versuchs, die Marke Falco für die späten 1990er nochmals neu zu erfinden. Nichts ist mehr zu spüren von künstlerischen Bemühungen oder den für Falco typischen Elementen während der Hochzeit seiner Karriere. Lediglich hin und wieder blitzt Falcos Talent für witzige, ironische oder sarkastische Texte auf. Auch die Musik klingt minimalistisch instrumentiert und billig produziert, wie typische Wegwerfware, die typisch für so viele substanzlose Künstler ist, die zu dieser Zeit Erfolge in den Charts feierten. Es ist kaum vorstellbar, dass jemand wie Falco, der sich noch ein Jahrzehnt zuvor zunächst geweigert hatte, einen Song wie Rock Me Amadeus einzusingen, nun Nummern aufnimmt, die dem Begriff des trivialen Kommerzes eine neue Bedeutung geben.

Es ist ein Album eines Künstlers, der nicht mehr weiß, was er machen soll – weder in kommerzieller noch in künstlerischer Richtung. Aus dieser Unsicherheit und Verzweiflung entstand eine LP, die klar zeigt, dass Falco ohne einen kompetenten und auf ihn ausgerichteten Produzenten (wie Robert Ponger oder die Bollands) nicht in der Lage war, seine Musik auf dem Niveau zu halten, dass nicht nur seine Fans, sondern wohl auch er selbst erhofft hatte. Bereits 1987 hatte man beim Wechsel zum (für Falco mehr als ungeeigneten) Produzentenpaar Mende/DeRouge gesehen, in welche Sackgasse eine derart fehlgeleitete Neuausrichtung führen kann, bei der Produktion von Falcos letztem Album war diese Offenbarung dann für jedermann überdeutlich zu erkennen. Falcos großes Manko, nämlich, dass er seine Musik (und oft auch seine Texte) nicht ohne die Hilfe von anderen zu schreiben in der Lage war, holte ihn zu Ende seiner Karriere mit großen Schritten ein.

Falco war vor seinem Tod nicht mehr als ein Ex-Popstar, jemand für den sich zwar (zumindest in Österreich) noch die Medien und eine solide Grundbasis an Fans interessierte, der aber, sowohl musikalisch als auch kommerziell, nur noch unter totaler Verleugnung seiner eigenen Authentizität mit Songs Erfolg hatte, von denen Falco selbst meinte, sie seien strategisch geplant und auf Erfolg gebürstet worden. Es war wohl eine Art Selbstschutz und -verleugnung, wenn Falco anno 1997 in einem Interview meinte, dass er sich „zumindest jene Portion Anarchie erhalten habe, um niemals um ein Publikum zu buhlen und niemals Sympathien zu erknien. Und dabei werde ich es auch belassen“. Diese Selbstaufgabe wurde natürlich wahrgenommen und Falco hätte Ende der 1990er wohl nur noch ein Album geholfen, dass sowohl kreativ als auch am Markt erfolgreich gewesen wäre. Es ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass lediglich Falcos Tod dieser LP den Erfolg verschaffte, die sie letztlich hatte.

In der Tat wäre es besser gewesen, wenn Falco (wie er selbst in einem Interview kurz vor seinem Tod ankündigte), den Großteil der auf dem Album inkludierten Songs verworfen und neu angefangen hätte. Meiner Meinung nach hätte Falco die beiden stärksten Songs Egoist und Out Of The Dark als Basis der geplanten neuen LP verwenden und rund um dieses Duo neue, authentischere, Falco-lastigere Nummern aufnehmen sollen. Auch die Coverversion des Rio Reiser-Songs Geld hätte man dazu nehmen können, unter Umständen auch noch No Time For Revolution sowie Hit Me (beide in neuen, besseren Abmischungen). Bei den beiden Singles, die Falco vor seinem Tod veröffentlicht hat (Mutter, Der Mann Mit Dem Koks Ist Da und Naked), wäre es möglich gewesen, diese zwar mit auf das Album zu nehmen, sie jedoch nicht in das normale Tracklisting zu inkludieren, sondern diese beiden Songs lediglich auf einer möglichen Erstauflage des Albums auf einer zusätzlichen Bonus- beziehungsweise Deluxe-Version-CD anzubieten – um zu verdeutlichen, dass diese beiden Dancefloor-Hits nichts mit der neuen Falco-LP zu tun haben. Die restlichen Tracks der Platte (Cyberlove, Shake sowie den Remix von Der Kommissar) hätte man als Material für Single-B-Seiten verwenden können.

Vor dem Hintergrund dieser Ideen wäre es dann möglich gewesen, rund um die oben erwähnten fünf Songs (sowie die zwei Bonus-Tracks) in Ruhe weitere Nummern zu schreiben, die einerseits mehr auf die Marke Falco eingehen hätten können, andererseits die Qualität des Albums deutlich hätten heben können. 1997 hatte Falco zwar bereits Druck von Seiten seiner Plattenfirma EMI und auch die Fans riefen schon laut nach neuem Material, es wäre jedoch wohl ein Leichtes gewesen, eine solche Ausrichtungsänderung in Richtung eines höheren Niveaus zu rechtfertigen. Die von Falco vor seinem Tod angedachten und oben erwähnten weiteren Songvorschläge (Krise, das Kraftwerk- und das Beatles-Cover, der bereits produzierte Song Push! Push! sowie Scandalous, der weitere Song des Komponisten Voyce) wären wohl alle nicht für eine solche Gütesteigerung geeignet gewesen.

Da dies jedoch nicht mehr als abstrakte und nicht realisierte Gedankenspiele sind, bleibt Falcos letztes Album ein trauriger Abgesang auf einen Künstler, der Mitte der 1980er Jahre mit seiner Musik und seinen Texten Geschichte geschrieben hat. Es ist ein unwürdiges Denkmal einer gescheiterten Karriere und eines Künstlers, der am Ende seiner Laufbahn (und traurigerweise auch am gleichzeitigen Ende seines Lebens) nicht mehr wusste, wie er in einem neuen Umfeld und in einer Zeit, in der er musikalisch nicht mehr zu Hause war, weitermachen sollte. Sowohl musikalisch als auch textlich enttäuscht das Album, umso mehr, wenn man bedenkt, wie lange Falco und sein Produzententeam Zeit gehabt hätten, in beiden Bereichen Hochwertigeres zu produzieren. Falcos interne Qualitätskontrolle war zudem durch massive finanzielle Schwierigkeiten und durch seine Unsicherheit hinsichtlich eines neuen, erfolgsversprechenden Konzepts beeinträchtigt und so wurde sein letzter Longplayer zu einem bedrückenden Zeugnis einer letztlich tragischen Laufbahn. Hätte Falco dieses Werk zu Lebzeiten auf den Markt gebracht, wäre es der letzte Nagel im Sarg seiner Karriere geworden, ein deprimierendes Mahnmal für den Abstieg eines Künstlers.

So zynisch es auch klingt – Falcos Tod kam zur rechten Zeit und hatte alle Ingredienzien, um sein Ableben mythisch zu verklären: Falco starb jung, bei einem Autounfall (wie sein Idol James Dean), er hatte eine neue Platte fertig, die noch unveröffentlicht war und sowohl seine beruflichen wie auch seine privaten Höhen und Tiefen erfüllten alle Anforderungen, um ihn (und sein letztes Album) ideal vermarkten zu können. Auch war es möglich, die Marke Falco posthum neu zu positionieren und ihr so einen kitschigen Ehrenplatz neben anderen österreichischen Ikonen wie allen voran natürlich Wolfgang Amadeus Mozart zu garantieren (selbstverständlich hilft hier auch die Verbindung durch Falcos größten Hit, in dem Falco selbst bereits die Parallelen zwischen ihm und Österreichs größtem Komponisten hergestellt hat). Auch zum weltbekannten Musical „The Sound Of Music“, das weltweit als touristische Visitenkarte Österreichs dient, gibt es durch Falcos fast gleichlautenden Song einen eleganten Brückenschlag.

Es stellt sich jedoch auch die Frage, was mit Falco passiert wäre, wenn er nicht so tragisch ums Leben gekommen wäre und mit seinem achten Album den zu erwartenden Tiefpunkt seiner Karriere erreicht hätte. Wäre er als Ex-Popstar durch diverse seicht-niveaulose TV-Formate gereicht worden? Hätte er sich zurückgezogen und wäre in der Öffentlichkeit nur noch durch diverse Frauengeschichten und Alkohol- und Drogenexzesse wahrgenommen worden? Wäre er nach Wien zurückgekommen und hätte andere Betätigungsfelder gefunden? Wie auch immer, Falcos letztes Album wurde erst nach seiner Lebenszeit veröffentlicht und steht so als Fragezeichen hinter einer gleichzeitig beeindruckenden wie auch bedrückenden Karriere – in der Form, wie es veröffentlicht wurde, stellt es einen betrüblichen Abgesang dar, ein absolutes Scheitern, es ist eine Bankrotterklärung in allen Dimensionen und so seltsam es auch klingen mag – dieser künstlerische Fehlschlag, der aufgrund Falcos Tod dennoch zu einem massiven kommerziellen Erfolg wurde, versinnbildlicht letztlich auf tragische Weise die beiden Pole zwischen denen sich Falcos Kunst stets gefangen sah: einerseits dem Anspruch Hochwertiges kreieren zu wollen, andererseits dem Druck kommerziell und erfolgreich sein zu müssen. Das bei diesem Album Falcos Tod die fehlende Qualität kaschierte und gerade diese, seine schlechteste LP, zu einem großen ökonomischen Erfolg wurde, ist eine letzte Ironie in Falcos Karriere.

2012 erschien eine Deluxe-Edition, sie inkludiert neben einer remasterten Version des Albums eine zweite CD mit sämtlichen Remixes der Singles Naked, Out Of The Dark und Egoist. Zusätzlich wurden die Mixes des Songs Push! Push! dazu genommen – diese Nummer wurde im Rahmen der Aufnahmen zu diesem Longplayer produziert, jedoch nicht aufs Album genommen, sondern erst 1999 auf einer Best-Of sowie als Single veröffentlicht. Remixes der Single Mutter, Der Mann Mit Dem Koks Ist Da wurden jedoch nicht inkludiert, wohl einerseits, weil man dafür dann eine dritte CD gebraucht hätte, andererseits wohl aber hauptsächlich auch, weil die Rechte für diesen Hit nicht bei EMI liegen und man daher Lizenzgebühren hätte zahlen müssen. Der „D-Syndroma Radio“ Mix‘ von Naked ist ein unveröffentlichter Mix, der erstmals auf dieser Deluxe-Edition erschienen ist. Übrigens: Bei dieser Wiederveröffentlichung wurde bei der Schreibweise des Songs Out Of The Dark ein Fehler gemacht, die Nummer wird hier fälschlicherweise als "Out Of The Dark (Into The Light)" angegeben, so heißt aber lediglich das Album.

Beteiligte

Produced by T. Börger
At Flash & Fly Studios
Cover design & art direction: Roland Reinsberg
Front & Back cover photograpy: courtesy of Rudi Dolezal & Hannes Rossacher

Song 5:
Produced by Zebulon
At Capellmeister (Peter Hoffmann, Edgar Höfler, Franz Plasa)

Song 10:
Produced by R. Heil & Udo Arndt
Executive producers: George Glück
At Electric Heidiland Audio Studios

Deluxe Edition (2012):
Produktidee, Recherche, Titelauswahl CD2 und Bearbeitung: Meinolf Grüne. Re-Issue Artwork: Stefan Klein, Klasse 3b. Dankeschön an alle, die an der Veröffentlichung dieses Albums beteiligt waren, besonders an George Glueck, Michael Schraml, Michael Rager und Frank Lumm. Digitales Remastering: Jens Müller, Railroad Tracks, Kerpen.

Bonusinhalt auf der 2012 Wiederveröffentlichung