Song

Poison

Laufzeit

4:22 Minuten (1999)
4:57 Minuten (2009)

Album

Verdammt Wir Leben Noch [1999]
The Spirit Never Dies [2009]

Musik, Text und Produktion

Musik: Alexander C. Derouge & Gunther Mende
Text: Falco
Produzent: Alexander C. Derouge & Gunther Mende (1987, unveröffentlicht);
Thomas Rabitsch, Dietmar Tinhof (1999 Version); Gunter Mende (2009 Version)

Offiziell veröffentlichte Mixes/Edits/Versionen

  • New Version 4:22 (1999)
  • New Version 4:57 (2009)

Über den Song

Diese Powerballade war bis 1999, als sie erstmals veröffentlicht wurde, völlig unbekannt, Falco hat den Song Zeit seines Lebens nie in Interviews oder sonst wo erwähnt. Entstanden ist er 1987, als Falco mit Gunter Mende und Candy DeRouge Songs für die geplante LP „Aya“ produzierte. Als jedoch Falcos Plattenfirma von den Ergebnissen der Zusammenarbeit nicht besonders begeistert war, verschwand die Nummer mehr als zwei Jahrzehnte im Tresor. Die Originalversion ist bis heute unveröffentlicht, neben dem neuen Mix von 1999 (der auf dem kompilierten Album Verdammt Wir Leben Noch enthalten war), entstand 2009 dann noch eine weitere Neuabmischung, diese erschien auf dem ebenfalls kompilierten Album The Spirit Never Dies.

Die beiden Versionen (der 1999 Remix von Thomas Rabitsch und der 2009 Remix von Gunter Mende) unterscheiden sich dabei im Vergleich zum ebenfalls in zwei Mixen vorliegenden Que Pasa Hombre nur geringfügig. Denn während bei Que Pasa Hombre sowohl die gesamte Songstruktur als auch die verwendeten Textbausteine voneinander unterscheiden, gibt es bei dieser Nummer lediglich Unterschiede hinsichtlich der Instrumentierung und der Laufzeit, der Text ist bei beiden Versionen absolut ident.

Musikalisch scheint auch hier der Mix von Thomas Rabitsch behutsamer und näher am Original zu sein: sein Abmischung beginnt sehr ruhig, atmosphärisch, nach der Strophe und dem Refrain wiederholen sich diese Songelemente sehr formelhaft. Zur Mitte des Liedes hört man nur noch reduzierte Instrumentalisierung, danach setzt eine Gitarre ein, die letzte halbe Minute stellt ein sehr ruhiges Outro dar, hier wurde der Song augenscheinlich ein bisschen gestreckt.

Die Version von Gunter Mende zehn Jahre später verändert den Sound der Nummer mehr, hier wurde deutlich öfters in das Soundbild eingegriffen, nichts klingt hier mehr wie ein Song aus den späten 1980ern. Grundsätzlich bleibt der Song aber gleich, er beginnt nur lebhafter, man hört härtere Beats und Falco beginnt hier rund eine halbe Minute später zu singen als in der 1999 Version. Danach läuft der Song von der Struktur her ident ab, gegen Ende hin gibt es ein neu eingespieltes Gitarrensolo.

Inhaltlich geht es um giftige, zerstörerische Liebe („Everybody is feeling the feeling, but everybody is breaking hearts, whenever you go poisoning the feeling, you shoot a million arrows into each other’s hearts, ohohoh, it’s poison“). Auch hier scheint es also um Falcos private Probleme mit seiner Ehefrau zu gehen, ein zentrales Thema zur Entstehungszeit dieses Songs. Falco wird als alleiniger Texter angegeben, der Gedanke, dass auch Mende und Derouge zumindest Teile dazu beigetragen haben, erscheint aber nicht völlig abwegig.

Zudem ist es interessant, dass Falco zu Beginn des Liedes Textbausteine einfügt, die nun wirklich gar nichts mit dem Thema der Nummer zu tun haben: „Ihr Kaiser, Fürsten und Monarchen, wie seid ihr reich. Rühmt euch Länder, rühmt euch Taten, kein Vergleich“. Zugleich fällt natürlich auf den ersten Blick auf, dass Falco diese Zeilen vier Jahre später bei seinem Song Monarchy Now fast Wort für Wort wiederverwendet – dort heißt es im Refrain „Kaiser, Fürsten, Könige, allbeliebte Monarchen“. Das Thema Monarchie scheint Falco fasziniert zu haben, er behandelt es 1990 auch in den Songs Expocityvision und Alles im Liegen.

Auch dieser erst nach Falcos Tod veröffentlichte Song kam bei der Presse nicht gut an, News spricht von einer „mittelmäßigen Mid-Tempo-Nummer mit Schlager-Refrain, das Profil ortet ein Angebot Falcos ans Formatradio und der Kurier hört eine „fade Schlagerballade“.

1999 wurde die Nummer als B-Seite von Europa verwendet, warum weiß wohl keiner, eine weitere Nummer aus den 1994/95-Sessions mit Thomas Rabitsch und Tom Lang (Die Königin von Eschnapur, Ec Ce Machina) wäre für die Flipside wohl sinnvoller und homogener gewesen.

In der Tat kann die Ballade nicht überzeugen, musikalisch eng am Schlager, textlich nah am Selbstmitleid und an Liebesklischees, wurde der Song wohl mit gutem Grund nicht zu Falcos Lebzeiten veröffentlicht. Gleichwohl übersprang er wenigstens 1999 die erste Hürde und wurde gemeinsam mit Que Pasa Hombre auf dem ersten posthumen Kompilationsalbum Verdammt Wir Leben Noch verwendet. Die drei restlichen Songs, die 1987 von Falco nicht für das Album Wiener Blut verwendet worden sind (Kissing In The Kremlin, Nuevo Africano und The Spirit Never Dies), wurden zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht für herzeigbar befunden und wurden erst 2009 (als dann wirklich jeder Schnipsel vom Tonstudioboden auf The Spirit Never Dies verwertet wurde) auf den Markt gebracht.

Text

(Poison)

Ihr Kaiser, Fürsten und Monarchen
Wie seid Ihr reich
Ihr schenkt Euch Länder
Und rühmt Euch Taten
Kein Vergleich

Nobody changes
Unless to not change
It's too much
Running 'round
Wanna be pleased by tender touch
What'd you say
Kuchacha

Everybody is feeling the feeling
But everybody is breaking hearts
Whenever you go poisoning the feeling
You shoot a million arrows
Into each other's hearts

(Poison)

Complementary territories
Psychologic space
I can't stand it anymore

Herz und Herzensdamen
They're running
They're running around and 'round
They wanna read your mind
Wanna be pleased
That's for sure
What'd you say
Kuchacha

Everybody is feeling the feeling
But everybody is breaking hearts
Whenever you go poisoning the feeling
You take a step by tearing
Yourself into apart

(Oh, oh, oh, it's poison)

Everybody is feeling the feeling
But everybody is breaking hearts
Whenever you go poisoning the feeling
You shoot a million arrows
Into each other's hearts

Everybody's running 'round
Wishing heaven to the ground
Trying to find what's never found
But everything is going on
That's all for sure

(Everybody's poisoning the feeling)
(Everybody's poisoning the feeling)
That's all for sure
(Everybody's poisoning the feeling)
(Everybody's poisoning the feeling)
And it's all for sure
(Everybody's poisoning the feeling)

Hey!

Everybody is feeling the feeling
But everybody is breaking hearts
Whenever you go poisoning the feeling
You take a step by tearing
Yourself into apart

(Oh, oh, oh, it's poison)

Everybody is feeling the feeling
But everybody is breaking hearts
Whenever you go poisoning the feeling
You shoot a million arrows
Into each other's hearts

(Oh, oh, oh, it's poison)

Everybody is feeling the feeling
But everybody is breaking hearts
Whenever you go poisoning the feeling
You take a step by tearing
Yourself into apart

(Oh, oh, oh, it's poison)
Everybody
(Poison)
Everybody's breaking
Oh, oh, oh, it's poison
(Oh, oh, oh, it's poison)

Meine Textfassung beruht, falls vorhanden, auf den Textbeilagen der offiziellen Veröffentlichungen (Booklet, Inlay, Cover etc.). Allerdings wurden alle Texte abgehört und nach dem gesungenen Wort korrigiert. Bei Songs, bei denen keine Textbeilagen verfügbar sind, basiert meine Fassung ausschließlich auf dem gesungenen Wort bzw. auch auf im Internet kursierenden Versionen. Textpassagen, die im Dialekt gesungen wurden, stehen in gemäßigter Transliteration. Rechtschreibfehler, sowohl deutsche als auch englische, wurden in eklatanten Fällen korrigiert. Die Rechtschreibung beruht teils auf der zur jeweiligen Zeit gültigen (Textbeilagen), teils auf der neuen Rechtschreibung (eigene Abhörungen). Auf Satzzeichen wurde im Allgemeinen verzichtet. Für Verbesserungsvorschläge bin ich dankbar.