Song

Garbo

Laufzeit

3:49 Minuten

Album

Wiener Blut [1988]

Single-Auskopplung

1988 (Promo, Frankreich)

Musik, Text und Produktion

Musik: Rob & Ferdi Bolland
Text: Rob & Ferdi Bolland
Produzent: Rob & Ferdi Bolland

Über den Song

Und noch eine Nummer, die ohne Zutun von Falco entstanden ist – für diesen Tribut-Song zeichnen die Bollands allein verantwortlich. Thematisch dürfte diese Art von musikalischen Hommagen an bekannte Persönlichkeiten für die beiden Niederländer eine reizvolle letzte Anlaufstelle sein, sie haben solche musikalischen Ehrerbietungen im Rahmen ihrer Arbeit mit Falco oft benutzt: Rock Me Amadeus, Kamikaze Cappa, The Kiss Of Kathleen Turner, Genie Und Partisan (A Fascinating Man) und Metamorphic Rocks geben Zeugnis davon (aber auch ohne die Bollands griff Falco nochmals auf diesen inhaltlichen Trick zurück – auf dem Album Data De Groove findet sich der Song Tanja P. Nicht Cindy C., in dem es um die Models Tatjana Patitz und Cindy Crawford geht).

Ursprünglich wollte Falco im Zuge der Aufnahmen zu seinem Album „Aya“ mit den Produzenten Mende und DeRouge eine solche Nummer über Marilyn Monroe machen, die Idee blieb aber im Planungsstadium. Als Falco dann mit den Bollands weiterarbeitete, dürfte das Vorhaben wieder aufgekommen sein, die Idee statt über Marilyn Monroe über Greta Garbo zu singen, dürfte dabei von Falcos Produzenten stammen (im Rennbahn-Express fand sich zur damaligen Zeit ein Artikel, in dem dieser Vorschlag mit „Warum nicht einmal über eine Schauspielerin singen, die noch lebt?“ begründet wurde. Witzigerweise würde der Refrain des Songs aber auch mit dem Nachnamen der 1962 verstorbenen amerikanischen Schauspielerin funktionieren („Oh, oh, Monroe“).

Die Nummer beginnt mit klassischen Streichern, erst danach setzen die Drums über einem musikalischen Boden an elektronischen Spielereien und einer breiten Synthesizermelodie ein. Der Aufbau des Songs ist typisch für diese Phase, nach einer Strophe kommt eine Bridge, dann der Refrain. Das Ganze hat dabei durchaus Ohrwurmqualität, dies auch dadurch, dass der Refrain endlos wiederholt wird, der Track hat auch keinen klassischen Mittelteil, es ist quasi nur der Refrain, der die Nummer über fast die gesamte Laufzeit trägt. Dies lässt das Ganze ein bisschen wiederholend und langweilig wirken, erst gegen Ende kommt ein neues Ende zusätzlich dazu, Falco wiederholt stakkatoartig Teile des Refrains.

Musikalisch erinnert die Nummer laut dem Rennbahn-Express ein bisschen an die Pet Shop Boys, das deutsche Musikmagazin Bravo hingegen glaubte eine enge Verwandtschaft zu Bon Jovis „You Give Love A Bad Name“ herauszuhören (Falco dazu: „Kenn ich gar nicht“),

Es ist auch hier auffallend, wie ferngesteuert, unmotiviert und teilnahmslos Falcos Stimme klingt – dies ist zwar auch in anderen Songs auf diesem Album auffallend (vor allem bei Untouchable), aber in diesem Song wird Falcos Stimme zudem noch sehr in den Hintergrund gemischt und klingt wie tief im Mix vergraben.

Inhaltlich geht es, wie erwähnt, um die schwedisch-amerikanische Schauspielerin Greta Garbo, die in den 1930er Jahren in Hollywood ob ihrer zeitlosen Schönheit und ihrer geheimnisvollen Ausstrahlung „die Göttliche“ genannt wurde. Auch wurde sie berühmt, weil sie sich nach ihrem Karriereende völlig zurückzog und bis zu ihrem Tod nicht mehr in den Medien vorkommen wollte. Der Text der Bollands geht auf diese Tatsache ein („She didn’t talk to the press, so she couldn’t care less, she didn’t even answer the phone. She said on one occasion, without persuassion, ‚I wanna be left alone‘“). Diese Eigenheit der Garbo dürfte Falco zu dieser Zeit seiner Karriere wohl zumindest gefallen haben, äußerste er doch oft den Wunsch, einfach mal auszusteigen, Pause zu machen und in Ruhe gelassen zu werden. In den restlichen Lyrics geht es mehr oder weniger klischeehaft um die körperliche Schönheit der Schauspielerin, in einer Art Nebenstory wird auch noch eine fast schon zwanghafte Liebe eines Mannes zu ihr thematisiert („Serving one’s own passion ist he greatest slavery, but if in wanting you I become your slave, I intend no bravery“). Alles in allem ein gewohnt phantasieloser Text der hauptsächlich aus Klischees und abgenutzten Meinungsschablonen besteht.

Obwohl die Nummer zu den kommerziellsten Titeln auf dem Album Wiener Blut gehört, war eine Auskopplung als Single nicht geplant. Lediglich in Frankreich wurde der Song auf einer Promo 7“ veröffentlicht – dies ist wohl auf die im Text verwendeten französischen Textelemente („C’est toi que je t’adore“) zurückzuführen. Auf dem Cover wird ein vergrößerter Ausschnitt des Albumcover-Photos verwendet, auf einem stilisierten Filmstreifen prangt der Titel des Songs, ein recht nett gemachter Hinweis auf das Tätigkeitsfeld der in der Nummer Besungenen.

Als Falcos amerikanische Plattenfirma Sire Records den Titelsong Wiener Blut als Single ablehnte, war dieser Track (gemeinsam mit Tricks) als mögliche Veröffentlichung am US-Markt angedacht, stattdessen wurde schlussendlich ein Remix von Do It Again in den Staaten ausgekoppelt.

Live wurde der Song lediglich einmal gespielt und zwar 1988 in Oldenburg, am einzigen Konzert der ansonsten abgesagten Tournee.

Das Garbo-Tribut, das ohne Input Falcos entstand, gehört sicherlich nicht zu seinen besten Songs, besitzt jedoch unverkennbar Ohrwurmqualität. Es ist ein sehr kompakter, unflexibler, steifer Song der sich nie aus seinem engen Schema befreit. Der Umstand, dass Falcos Stimme zudem sehr unmotiviert und leblos wirkt, hilft dem Song auch nicht zu einer größeren Faszination. Vielen Fans stößt zudem Falcos finales „Oh“ am Schluss des Songs auf, es ist in der Tat nicht ganz von der Hand zu weisen, dass sein Aufschrei ein bisschen nach Erbrechen klingt…

Text

Ey!

She had exquisite style
She was upper class
She had supernatural grace

A melange of Aphrodote and Venus
Combined with an angel’s face
She didn’t talk to the press
So she couldn’t care less
She didn’t even answer the phone

She said on one occasion
Without persuasion
"I wanna to be left alone"

From this moment on
Form dusk till dawn
Till the end of time
I’ll be with you
You’ll be with me
Forever in my mind

It’s you I see before me
Oh, oh, Garbo
C’est toi que je t’adore
Oh, oh, Garbo
A lover’s greatest story
Oh, oh, Garbo
They say
"Well, that’s amore!"
Oh, Oh, Garbo

It’s you I see before me
Oh, oh, Garbo
C’est toi que je t’adore
Oh, oh, Garbo
A lover’s greatest story
Oh, oh, Garbo
They say
"Well, that’s amore!"
Oh, Oh, Garbo

People say on the day of victory
No fatigue is felt
Garbo, it’s you who has the power
That makes every man’s heart melt

They say that when the heart’s on fire
Sparks fly out of the cage
But beauty is like a good wine
The taste is sweeter with age

No man can guess in cold blood
What he may do in passion

Because the things he deplores today
Are tomorrow’s latest fashion

Serving one’s own passion
Is the greatest slavery
But if in wanting you I become your slave
I intend no bravery

From this moment on
Form dusk till dawn
Till the end of time
I’ll be with you
You’ll be with me
Forever in my mind

It’s you I see before me
Oh, oh, Garbo
C’est toi que je t’adore
Oh, oh, Garbo
A lover’s greatest story
Oh, oh, Garbo
They say
"Well, that’s amore!"
Oh, Oh, Garbo

It’s you I see before me
Oh, oh, Garbo
C’est toi que je t’adore
Oh, oh, Garbo
A lover’s greatest story
Oh, oh, Garbo
They say
"Well, that’s amore!"
Oh, Oh, Garbo

C’est toi que je t’adore
Lover’s greatest story

It’s you I see before me
Oh, oh, Garbo
C’est toi que je t’adore
Oh, oh, Garbo
A lover’s greatest story
Oh, oh, Garbo
They say
"Well, that’s amore!"
Oh, Oh, Garbo

It’s you I see before me
Oh, oh, Garbo
C’est toi que je t’adore
Oh, oh, Garbo
A lover’s greatest story
Oh, oh, Garbo
They say
"Well, that’s amore!"
Oh, Oh, Garbo

It’s you I see before me
Oh, oh, Garbo
C’est toi que je t’adore
Oh, oh, Garbo
A lover’s greatest story
Oh, oh,

Oooooh, Garbo
Oh!

Übersetzung französische Textpassage

C’est toi que je t’adore

Ich verehre dich

Meine Textfassung beruht, falls vorhanden, auf den Textbeilagen der offiziellen Veröffentlichungen (Booklet, Inlay, Cover etc.). Allerdings wurden alle Texte abgehört und nach dem gesungenen Wort korrigiert. Bei Songs, bei denen keine Textbeilagen verfügbar sind, basiert meine Fassung ausschließlich auf dem gesungenen Wort bzw. auch auf im Internet kursierenden Versionen. Textpassagen, die im Dialekt gesungen wurden, stehen in gemäßigter Transliteration. Rechtschreibfehler, sowohl deutsche als auch englische, wurden in eklatanten Fällen korrigiert. Die Rechtschreibung beruht teils auf der zur jeweiligen Zeit gültigen (Textbeilagen), teils auf der neuen Rechtschreibung (eigene Abhörungen). Auf Satzzeichen wurde im Allgemeinen verzichtet. Für Verbesserungsvorschläge bin ich dankbar.